Project Update
22.02.2026

Fokusgruppendiskussionen zum VR-Konfliktsimulator: Praxiswissen als Fundament der Entwicklung

Wie erleben pädagogische Fachkräfte Konflikte im Alltag? Und wo stoßen sie an ihre Grenzen? In drei Fokusgruppendiskussionen reflektierten Expert:innen aus Schule, Sozialarbeit und Vereinsarbeit reale Belastungssituationen und testeten den Alpha-Prototyp des VR-Konfliktsimulators. Die Ergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des Trainings ein.

Im November und Dezember 2025 führte CRISP e. V. drei qualitative Fokusgruppendiskussionen mit insgesamt 27 Fachkräften durch. Teilgenommen haben Akteur:innen aus Schule, Sozialarbeit, Psychologie, Mediation, Konflikttraining sowie aus Musik- und Sportvereinen. Ziel war es, die Bedarfsanalyse zu vertiefen und den Alpha-Prototyp des VR-Konfliktsimulators zu testen. Neben der technischen Erprobung boten die Runden einen intensiven „Deep Dive“ in die berufliche Realität: Die Teilnehmenden teilten konkrete Beispiele für Überforderungssituationen, die wir nun dekonstruieren, um sie gegebenenfalls als passgenaue Trainingsmodule in den Simulator zu integrieren.

Im Fokus der Diskussionen standen vor allem raumübergreifende Konflikte, die beispielsweise in Klassenchats oder der Familie beginnen und bis in den Schulalltag hinein eskalieren. Als zentrale Herausforderungen nannten die Fachkräfte dabei nicht nur punktuelle Ereignisse, sondern vielmehr wiederkehrende Belastungsmuster: mangelnde Transparenz in digitalen Räumen, emotionale Eskalationen sowie kulturelle und soziale Spannungen. Um diesen Dynamiken souverän zu begegnen, formulierten die Teilnehmenden einen klaren Bedarf an spezifischen Methoden. Gefragt sind insbesondere sichere Gesprächseinstiege, praktische Deeskalationsstrategien sowie Techniken zum aktiven Zuhören und zum konstruktiven Umgang mit Unsicherheit.

Der getestete Prototyp wurde überwiegend als praxisnah und motivierend wahrgenommen. Insbesondere das „Safe-Space“-Prinzip des simulatorischen Ansatzes wurde hervorgehoben: Die Teilnehmenden berichteten, dass die Möglichkeit, Konflikte ohne Risiko zu üben, die Hemmschwelle für neue Lösungsansätze senkt. Es wurde zudem angeregt, den Simulator flexibler zu gestalten, etwa durch personalisierte Szenarien aus dem Arbeitsalltag. Diese Impulse fließen nun in die Weiterentwicklung ein.

Die hohe Praxisrelevanz, die positive Resonanz auf das Safe-Space-Konzept und die große Bereitschaft zur späteren Implementierung zeigen, dass bereits in der Entwicklungsphase eine motivierende und entlastende Wirkung erzielt wurde. 

Die detaillierte Zusammenfassung der Fokusgruppendiskussionen ist auf unserer Website verfügbar.