In den letzten Monaten hat CRISP eine bundesweite Bedarfsanalyse durchgeführt, an der 79 Fachkräfte aus verschiedenen pädagogischen und psychologischen Bereichen der Jugendarbeit teilgenommen haben. Ziel war es, aktuelle Belastungsfaktoren sowie den konkreten Unterstützungsbedarf im Umgang mit Konflikten empirisch zu erfassen.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Dynamik im Arbeitsalltag: Konflikte werden nicht nur häufiger, sondern auch in ihrer Ausprägung intensiver wahrgenommen. Vor allem verbale Angriffe, Diskriminierung und rassistische Beleidigungen sowie (Cyber-) Mobbing werden als besonders belastende Konfliktformen genannt, die das Personal in der Jugendarbeit vor große Herausforderungen stellen und an Belastungsgrenzen bringen können. Während digitale Räume und soziale Medien diese Prozesse oft durch Anonymität beschleunigen, bleiben auch analoge Auseinandersetzungen und körperliche Gewalt zentrale Faktoren, die zu Überforderung führen können.
Um diesen vielschichtigen Situationen souverän zu begegnen, wünschen sich die Fachkräfte verstärkt Unterstützung in Form von Resilienzförderung und praxisnahen Deeskalationstrainings. Die Befragten betonen dabei die Notwendigkeit, hilfreiche Methoden regelmäßig und mit direktem Bezug zum Berufsalltag zu vermitteln. Innovative Ansätze wie VR-gestützte Trainings stoßen auf großes Interesse: 74 % der Befragten sind offen für Simulationstrainings und 61 % der Fachkräfte sehen in der VR-Technologie ein hilfreiches Instrument, um realistische Alltagsszenarien in einem sicheren Umfeld zu erproben und die eigene Reaktionsfähigkeit zu festigen.
Die gewonnenen Erkenntnisse haben wir bereits in Fokusgruppendiskussionen mit Expert:innen vertieft, um sicherzustellen, dass unser „Konfliktsimulator“ den realen Praxisalltag bestmöglich abbildet. Ein separater Bericht zu diesen vertiefenden Diskussionen folgt in Kürze. Die vollständige Bedarfsanalyse dient uns nun als empirisches Fundament für die Entwicklung der KI-unterstützten VR-Simulationen.



